Prinzipien

Vers und architecture ist ein Manifest für «bessere Architektur». Mit dieser Publikation erreichte LC nur«Architekten», und davon nur die eine Hälfte (Akademiker, Konservative wie Schmitthenner, Bonatz, etc.nicht). Die Architekturbeispiele (Schiff, Auto, Speicher/Silos, Partenon, etc.) sind Nicht-Architektur. Es geht um Formen (unter dem Licht,+ à emouvoir) + richtige Problemstellung (Wohnmaschine = beim Völkerbundspalastgeht es um Arbeitsplätze und nicht um einen Palast – vergleiche learning von Las Vegas, Venturi will mit seinem Guildhouse wieder dorthin (Bedeutung) zurück).

In komplexity and contradiction geht es um (oft Einzel-)Formen (oder Teilgrundrisse, Dekorationen, vorallem des Manierismus, des Rokoko, der Postmoderne), bei learning from Las Vegas um den Symbolgehalt von Bauten, um das, was den Leuten etwas bedeutet. Auch hier werden nur Architekten erreicht (diejenigen,die bauen, die Macher der Hochhäuser (Kisten), Spitäler, Fabriken, Wohnhäuser, EFH und damit «Träume» realisieren nicht). Auch Venturi zeigt am Ende seine eigenen Bauten (er meint ironisierend, dass es bei solchen Publikationen immer «nur» darum gehen würde, die eigenen Bauten zu legitimieren); es sind natürlich Manifeste, die «quere» Elemente in Kauf nehmen (Treppe ins Nichts, gebastelte Unterkonstruktionen unter Bögen, Dekorationen, cuts, etc.), schlechte Grundrisse (zB. im Guildhouse) – dies erscheint alles sehr «angestrengt» (der Stadtwanderer muss das sehen, muss das ja verstehen, er muss darüber nachdenken -wie bei moderner Kunst, Performance). In Learning von Las Vegas von decorated shed zu sprechen vereinfacht zu stark (der shed ist ja keine «leere Kiste», wie der Ausdruck suggeriert und Renaissance Paläste (die das sein sollen) sind sehr hochgeordnete Bauwerke – hier von Dekoration (Symbolismus) auf einem «Nichts» zu sprechen, wird der Sache nicht gerecht– auch die Hotelpaläste in Las Vegas sind ja mitnichten decorated sheds. Zudem fragt sich im Sinn von LC (was ist die Problemstellung?), ob ein Altersheim durch Dekoration mit einer Fernsehantenne oder durch eine Sockelmarkierung und eine fette Stütze besser wird – oder doch eher durch gute Zimmer mit Raumzonen und Orientierungen, Licht, Kommunikationszonen.

Beim Guildhouse sind die Grundrisse schlecht und die Korridore und Eingänge in die Zimmer eng.

Bei Rudolf, den er kritisiert (der Ausdruck «medical towers» für ein Altersheim – crawford manor – ist sicher nicht ideal), haben die Appartements alle 3 Orientierungen, die Küchen ein Fenster, überall Balkone, Zimmermit Tag- und Nachtteil und beleuchtete Vorplätze vor den Eingängen.

Bei seinem Verwaltungsbau in Boston hat sichtlich La Tourette Pate gestanden (wie bei der City Hall).

Es könnte auch um eine «Sprache» gehen (wie Gedichte, Literatur, Musik) mit der «Normales» ausgedrückt wird (nicht DADA, actionpainting, Sachen, deren Essenz in sich selbst liegen, oder darin, dass die Zuschauer, Benutzer = denken müssen (sollen). Sprechen, sich ausdrücken, etwas (Schönes, Tragisches…) sagen, etwas Heutiges, Neues (ohne Stilkanon aus dem Heute herausdestillieren zu wollen), eben wie Gedichte, die immer wieder neu das Gleiche (Freude, Schmerz, Schönheit, Tragik, etc.) sagen. Also eine Sprache, Syntax, Grammatik, entdecken, entwickeln, auskosten, brauchen (wie Monteverdi, oder die «Frischen Fische», oder Mozart, der sagte in einem Krug, der auf dem Markt zu Boden fällt ist Musik, aber nicht die direkten Laute, die müssen dann übersetzt werden). Man muss ja nicht nur etwas gelten lassen, und alles andere ausschliessen. Themen können das Symbolische sein (decoration auf shed) oder ein einheitlich gestaltetes Ganzes (im crawford manor nicht ein Ganzes im Sinn einer «Kiste» (Regierungsgebäude in Chandigarh, Villen von LC), aber eher etwas «Gestricktes», das «frei» in den Raum hinein entwickelt werden kann); nicht nur «des plans libres» (und keine plans paralysés» mehr)- und dadurch «façades paralysées» (keine Schrägdächer, keine Thermenfenster, keine Raumfiguren, Doppel- bzw. Zentralräume wie bei Palladio). Man kann ja davon nehmen, was am besten passt oder am meisten Freude macht. Deshalb hier Sprach-Ansätze, z.T. bekanntes, ganzheitlich zusammengestellt, leicht weiterentwickelt.Lebensvorstellung- Nutzungsvorstellung- Raumvorstellung am Kunsthaus Zürich:

a) Kunst ist ergaben, Ausstellen wie Salons der Grossbürger- «Kabinette» bilden – von einem Raum (mit anderen Qualitäten) zum anderen schreiten (Kunsthaus im ältesten Teil von Moser)

b) Kunst ist ein Marktgut, – Marktplatz, Verkaufsplatz, Tausch von Kunst- grosse, frei unterteilbare Halle mitguten Oberlichtqualitätenc) c) Kunst ist wie Du und ich- environment- Terrassen, Täler, breite Treppen, Durchblicke

Citrohan – vertikale Schicht

Citrohan im Mehrfamilienhaus, unité, Verdoppelung der Schichten in den maison Jaoul, Verfielfachung derSchichten in der Villa Sarabhai, Citrohan im citrohan im Haus Roggwil

Citrohan 3d (Hotelprojekt), schliesst Saal, Wintergärten und Lichthöfe ein

Citrohan mit ungleichen Schichten (hinten Studentenzimmer, vorne Foyer, Saal und Restaurant mit Küche übereinander – Durchschüsse, Schicht mit «Jakobstreppen» und Korridor, der abwechselnd zur Wohn- bzw. Saalnutzung gehört

Domino

Domino im Mehrfamilienhaus, domino mit freiem (gekurvten) Grundriss aussen, domino als Schnittlösung

Domino im citrohan, domino unter 2-fach gereihten citrohan-Kranz, Einzelvolumen über mehrere Geschosseauf domino aufgespiest

Domino-Stützen sind «hohl» und verbinden durch die Ebenen, gebogene Domino-Scheiben

Hofkonzept Büros als Krone (Dominos), Licht in die darunterliegenden Grossvolumen Laden-, Produktions-und Lagerflächen

Ordnungen

In dienend und bedient geteilt; dienend in den Ecken, an den Fassaden, auch ohne «dienend»

Umstellend dominant, umstellend einhüllend, dienend wird ein «Dazwischen»

Dienend als Lichtquelle

Haupt und Nebenräume, durch Geometrie, peripher und zentral, aussen und innen, Dienende werden Fassadenschicht

Raum im Raum, bei Moore zudem noch die Konnotation: Maya

Loos: Raumplan, Scharoun: Stufen und Terrassen, Palladio: Raumfiguren, Doppel- bzw. Zentralräume

Kreuzung, Parallele, Grammatik

Wände strukturieren Innenraum (Crownhall), ganzes (Schroeder)Haus, sind dick (raumhaltig)

Formen: Kinosaal, saugt Leute an, die Filme sehen und dann hinten «ausgespukt» werden

Schiffshebewerk: zeigt Heberichtung, Schauspielhaus-Saal ist Höhle (z.B. keine vortretenden Galerien), Formen wirken: Lüftung; Philharmoni Berlin von Scharoun: Weinbergterrassen am Tal (Saal) und Chthonisches (Foyer)

1:1 Formen – Bau kommt daher wie ein Schiff, als Seerose, als Auster

Formverwandtschaften: Expressionismus – 21. Jahrhundert

Fassaden Lesbarkeiten

Cesar Pellis Bank in Vancouver: man spürt den Baukörper, die gespiegelten Bauten, die Innenräume (Licht) ,durch das Gebäude hindurch sieht man einen neoklassizistischen Bau, geschichtet

Schule Basel, andere Fassade(Ausdruck), gleiche Grundrisse!

Vokabeln der Textur und der Volumetrie, Übergang Innen-Aussen

Konzeptionalisierung: stabförmige Elemente- kastenförmige Elemente- Fassaden mit Vokabeln

Aufbau verdreht und geschichtet; alles da, alles richtig- doch kein Platz für (schmückendes) Geländer, Blumenkisten, Sitzgelegenheit «in der Fassade» – abweisend, hart

Eine (Form-)Bindung bestimmt die Gestalt (wie: Hund = rennendes Gebiss)

Ein immer gleiches EFH-Programm realisieren mit je anderer Einzelbedingung: in Würfel eingeschrieben, Strukturgebunden, Aussenwand ohne «Fenster» (hier skulptural, spiralig nach oben, damit man aus den Räumen über den Hof nach draussen schauen kann – sowie Hofhaus, aber poetischer und durchsichtiger als Mies), Material (Backstein), linear (vertikal, horizontal)

Tiefenbrunnen Projekt – Superblock (Massstabssprung!) – Korngrösse!! mit reinster Figur als Innenhof– wie Europaallee zur ‘’Rest-Stadt’’

Vergleiche Luzern:

Quartier so gross wie die Altstadt Luzern, nicht so attraktiv wie diese (Flusslage), räumlich nicht so dicht,riesige Einzelblöcke, Korngrösse verschieden. Altstadt-Erbauer waren eine Gemeinschaft – hier wird Raum zum Kauf oder zur Miete zur Verfügung gestellt – heute werden Parkings, grosse Balkone, grosse Fenster nachgefragt, durch Investoren werden grosse Blöcke realisiert, deren Fassaden rasterhaft sind (überall; betonen Bau als Skulptur – definieren dadurch kaum ‘’allgemeine Aussenräume, deren Wand’’ sie sind – die Blöcke nutzen volumetrische und Textur-Elemente (Verzahnung, Verklammerung mit demAussenraum) – und trotzdem entsteht nicht ‘’Gasse’’, ‘’Platz’’).

Stadtmassstab, Vernunfts- und Nachhaltigkeitsmassstab

Heroen und Helden eines Stammes sind Teil dieses – der Stolz der ganzen Gesellschaft. Beeindrucken Anderer, die dadurch erstaunt werden und die Freude am Erfolg! Demnach individuelles Gefühl (Glück = Irrationales) gegen Rationales(Imperativisch – alle sollen gleich sein) Oder: Maskulinität (fairer Kampf, Wettbewerb; sichtbares Erreichen von Zielen, Geldverdienen, big-is-beautiful) vs. Feminität (Gleichheitsprinzip, Gesamtheitlichkeit; Zurückhaltung, Beziehungen, Lebensqualität und Umwelterhaltung, Hilfe gegenüber insbesondere Schwachen, small-is-Beautiful); = Monumentalismus/Eigenständiges vs. Flexibilität/Ganzheitliches z.B. bei Städten/Architektur: Rocheturm (insbesondere 1. Fassung vs. Altstadt – bis Opportunismus – dann Trieb(Ausleben an Monumenten, Stars) vs. Selbstbeschränkung

Strukturell:

Fassaden sind Gitter oder Körper-Oberflächen (wie Gaudi – alles in der Fassade); alles sind (gedachte, gewollte) Monumente. Lévi-Strauss schreibt in den Traurigen Tropen, dass die Pflanzenwelt dort einer anderen Ordnung gehorcht als unsere, er käme ihnen einen höheren Grad an Präzision und Dauer zu – wie in den Gemälden von Henri Rousseau, wo die Lebewesen zur Würde von Objekten gelangten! Das ist wohl dasjenige, was die Architekten der glänzenden Fassaden anstreben.

In Thessaloniki gibt es (nach dem Brand von 1917) downtown praktisch nur 9 geschossige Wohnblöcke, all emit Balkonen versehen, sowohl strassen- und hofseitig, mit guten Grundrissen, durchgehenden durchlässigen Erdgeschossen mit öffentlichen Nutzungen. Verstreut gibt es auch Jugendstilbauten und zuhauf interessante Eck- und Fassadenlösungen. Die Strassen sind auf die (spärlichen) Monumente aus alten Zeiten ausgerichtet. Die Stadt hat ein ungeheures flair. Natürlich unvergleichlich mit EFH-Quartieren oder Industriezonen.

Im Kleinen: (Haus in Roggwil) Einbinden in einen Kontext durch Korngrösse und Orientierung; innen: Reichtum, Architektur und Licht

Kontextual: Sprechen zu Stöckli, Betonelementen – und doch Gesamtneubau mit Charakter

Plätze, Höfe, Terrassen zum Nachbar: (Lebensmittelfabrik in Bätterkinden) gleiche Materialien, gestalteteÜbergänge

Ein Entwurf von Jefferson mit mittiger Rotonda von oben beleuchtet, die aber nicht nur Innenraum ist, sondern vom Treppenhaus und dem linken seitlichen Gang «von aussen» gesehen werden kann. Damit werden das Treppenhaus (mit dem Eingangsraum) und der Gang zum «Aussenraum». Auf der rechten Seite ist der Raum als «Innenraum» (wie die Rotonda) und der ovale Raum davor) entworfen. Der ovale Raum stösst über die Fassade hinaus und ist da auch «von aussen» zu sehen. In der ChristChurch in Cambridge von Harrison ist der Gesamtraum durch den umlaufenden Architrav lesbar, die Säulen sind «eingestellt» und durch die Deckenerhöhung und die Altarnische wird das Mittelschiff «lesbar» (sowohl als auch).