Deutsche Häuser

LC macht ein Projekt: einzelne Appartements unter einem Sonnenschirm; in der «solution elegante» ist alles noch da, doch ist neben den Einzelbauteilen auch ein Gesamtvolumen lesbar (Dach abgehoben, aber ins Ganze eingebunden – und heruntergebrochen auf einzelne Räume, Elemente, Sonnenbrecher). Botta macht dann in einem ähnlichen Konzept ein einziges Volumen, das ausgeschnitten ist (der Dachdeckel liegt satt auf flachen Wänden auf); die «Einzelräume» sind der Skulptur geschuldet, haben kein «Eigenleben».

us der (asymmetrischen) «Kiste mit Loch» werden symmetrische Skulpturen: Wohnen in der Skulptur

(Unverwechselbar, Kunst, Aufmerksamkeit): die Bauten werden monumentalisiert (Wohnen muss da drin auch noch gehen). Colin Rowe sagt in Collage City: ihre Fassaden (der Häuser in Amsterdam Zud) bezeichnen in keiner Weise eine wirkliche Grenze zwischen öffentlich und privat.

Wie wohltuend zurückhaltend zB. das Gartenhaus von Goethe: ein einfaches Volumen, regelmässige Fenster, wie ein Kleid, welches das Wohnen schützt (man erahnt wenig vom privaten Innen).

Das Gleiche gilt vom Ferienhaus von Hoffmann am Wörtersee, dessen Belvedere mit Walmdach auf der Dachterrasse daran erinnert, dass Häuser früher Walmdächer hatten – und das Eingangsziboruim mit Balkon spricht von der Weihe der Schwelle. Agno, der ganze Bau geordnet durch «Transparenz» (Rahmen, darin zurückliegendes Volumen, das die Loggiaschicht vorstreckt, die Halle mit der Treppe zeigt die ganze Tiefe, darüber Volumen, die nach vorne und zurück drängen – das Ganze ist geordnet – bei der Madeleine (auch) geschichtet, aber wie der Hauptraum ist, weiss man nicht…

Deutsche Landhäuser um 1900

Vom Äusseren kann wenig auf das Innere geschlossen werden, dort gibt’s aber wunderschöne Räume und Raumkombinationen.

Für einen Künstler; Hof und Ateliergebäude dahinter; Eingang in den vorderen Teil des Salons; im hinteren Teil Kamin zum reinsitzen, en face ein Alkoven (2 Stützen, eine Stufe) mit Sicht auf den Kamin und übereck zum vorderen Teil. Die Treppe (privat!) tritt neben dem Alkoven an und bildet eine Spirale. Aussenräume: Hof mit Zugang, Laube und Galerie, übereck dazu der Garten und Balkon im OG.

Von Tessenov ein Doppelhaus mit abgemauertem Garten (wie später bei Mies), im Hauptbau die Haupträume in einer Enfilade auf eine gedeckte Laube am Ziergarten, im eingeschossigen Anbau die Diensträume; oben das Bad frei gespielt; grosszügiger Treppen- und Flurbereich über die Diagonale.

Ein Haus mit Aussenzugang zum Musikraum und über eine Ausgleichstreppe in die Diele, welche von rechts Licht über einen 3-Stufen erhöhten Erkerraum erhält, links die Eingänge in den Speiseraum, das Wohnzimmer mit erhöhtem Boudoir (und Stütze), beide Raumteile auf eine gedeckte Aussenhalle gehend – und von hier Übergänge in den Speiseraum und das Musikzimmer, welches auch von der Diele erreichbar ist. Oben Küche (! – mit Aufzug in den Speiseraum im EG, Balkon!), Garderobe, Schlafzimmer, Frühstückszimmer mit Erker, (beide mit Balkon über der Gartenhalle), Bad vom Frühstücksraum und aus dem Vorplatz, auch WC über Dunkelkammer.

Stadthaus mit Küche im EG, auch als Zugangskontrolle, Wohnräumen und «Pavillon»-Gartenzimmer (über ein übereck gestelltes Schalt-Raumstück, das auch das grosse Treppenhaus beleuchtet) mit Gartenzugang im OG und darüber mit gedrehter Treppe Schlafräume und im Dach Raumfolgen, Schaltstück und Terrasse auf dem 2.5-geschossigen Gartenpavillon. – Ein reiches Inneres, das nicht der Symmetrie oder skulpturalem Aufbau und äusserer Monumentalität unterworfen ist.

Ein Haus, zusammengesetzt aus 2 Risaliten (1: mit vom Eingang separat zugänglichen Empfangszimmern, 2: mit Zimmer und Nebentreppe); der «Hauptbau» beinhaltet den Zugang, dort Richtungswechsel bei der Garderobe zur zweigeschossigen Halle mit Sitzplatz auf eine gedeckte Terrasse gehend, die Halle anliegend an die Empfangsräume und den Essraum hinten. Oben hat die Halle einen Umgang, einen Erker aus einem Zimmer und ein Fenster aus einem anderen Zimmer. Das Haus ist «malerisch» als «Gruppenbau» gegliedert, wie (zufällig) gewachsen. Diese Idee nimmt dann auch die Materialisierung auf. Mit der zweigeschossigen Halle und dem Gruppenbau kommen monumentale, architektonische Themen ins Spiel.

Dieses Haus hat Monumentalität durch die 2 Flügel und die Symmetrie. Architektonisch sehr stark ist auch die Halle (welche nur im zick-zack erreichbar ist), die «nur» Licht von oben bekommt und nur 3 Türen in 3 Räume hat, welche sehr hell sind und in von der Halle abweichende Richtungen ausstrahlen (und auf Terrasse und Loggia gehen). Der Durchgang in diese hellen Räume führt zwingend über die (dunklere (mystische) Halle; doch sind diese ausstrahlenden Räume zusätzlich auch untereinander über den Damensalon, eine Art Wintergarten, verbunden. Im Hinterbereich liegt der grosse Wirtschaftsbereich (Küche, Wäsche, Dienst- und Gartenräume) eingeschossig und abgeschlossen um einen Hof.

Ein Haus (eine «Burg») von Theodor Fischer: Einem Hauptbau mit Turm (Treppe) und 2 Erkern im EG (an der Küche (sic) und am Wohnraum) ist hofbildend ein niedrigerer Trakt mit Gartensaal, Terrasse und Musikzimmer angegliedert: das Ankommen führt unter dem Turm durch (hier Anlieferung zur Küche) in den grossen Hof mit 2 Loggien (eine führt zur Südterrasse à helles Licht von da kommend, die andere liegt vor dem Gartensaal, der ebenfalls an die erste Loggia und einen gedeckten Bereich vor der Terrasse (von hier Treppe ins Gartenniveau) anschliesst. Aus dem Hof der Zugang zur Halle mit Zugang zum Treppenturm und den Haupträumen (3-seitig: Speise-, Wohn- und Musikzimmer – und in die zweite Loggia à dem Hof entlang in den Gartensaal), welche aufwändig (Gewölbe, Zonierung und Erker, Doppelraum) gegliedert sind: räumlich, belichtungsmässig, erlebnismässig, gestalterisch sehr reich – von aussen so nicht erkennbar, von aussen aber das Mittelalter, das Romantische zelebrierend.

Dagegen wirkten die Grundrisse von Behrens etwas bemüht: im EG mittlerer Wohnraum und ihn umgebende «Kapellen» (wie das Haus am Horn), aber sehr dunkel – und zwei «eckige» Extraräume (Küche und Kinderzimmer!) mit mittigen Treppen: – und oben eine Ellipse und darin 4 eingefügte, käseförmige Zimmer, Bad und WC in der Mitte (Abläufe?), aber auch am Rand. Seitliche Treppe ins finstere Dach.

Weitere Häuser als «Gruppenbauten»: Kiste mit Satteldach, traufseitig im OG je 2 Erker mit Lukarnendach; Überbauung mit 3 Häusern, einfache Kuben, je anders angeklebte Erker und Lukarnen.

EG in Sockel und Putzteil geteilt, OG in Holz, Dach mit «Risaliten»; Innen Diele im EG nach rechts zum Garten orientiert, oben nach vorn auf Balkon, die Treppe ist abgeschirmt, da oben «privat» ist – hier «progressive» Eck-Öffnungen (sinnfällig in den Eckrisaliten); alle Schlafzimmer mit Einbauschränken.

Hauptvolumen und Sekundärgiebel (voll) mit Küche und Studierzimmer, EG-Hauptbau als Sockel bis Brüstung OG – hier Raumfluchten mit gekreuzten Achsen. Vor dem Sekundärgiebel «Leer»-Volumen-Anbau in das Haupthaus, beinhaltend Zugang über Vorplatz mit Sitzbank, Aufgang zu Vorgarten mit Richtungsänderung. Eingang in schmale Diele mit ebensolcher Treppe zum Gastraum (mit WC) im OG, dort hinter dem Treppenpodest die private OG-Diele mit den Schlafräumen und dem Bad. Privatheitsgrade schön abgestimmt.

Zwei Volumen: kleines mit Treppe und Küche, grosses mit Haupträumen, Zwischenbau Loggia, Balkon, weitere Haupträume:  wie «später erweiterter Hauptbau» – innen «keine Überraschungen».

Hauptbau mit angebautem Turm und Erker, sowie Terrassenbau hinten (meint man) – ist aber im Grundriss nicht so: die Räume setzen sich zB. in den Turm fort (man «merkt» innen kaum etwas). Hier dominiert der «architektonische Anspruch». Innen: Küche weit und diagonal zu Speiseraum, Bad im EG, oben nur WC..

Häusergrundrisse von Muthesius: um 2 Höfe; dann mit kreuzförmigen Räumen; Esszimmerformen

Platzierung Kamin falsch und richtig; 2 weitere Varianten

Varianten Halle und Musikzimmer

Grosse Häuser

Der Gruppenbau und: ein Risalit greift über das Dach hinaus und gleichzeitig erweitert er sich nach vorne (gestalterischen Kräften Ausdruck geben); Umstellen eines Volumens mit Türmen (Kahn), Höhenprogression.

Zur Strasse Schild/Fassade; Umstellen mit Turm, Eingangsvorbau, Lukarne, Schild, Erker – dito hinten

Ecke befestigen mit Verschmelzung schwebendem «Vorhaus» in Erker –  über Balkon (Leere) und unter dem Balkon Risalit nach vorn, dass der Balkon zur Kanzel wird, dieser mit massivem Erker verbunden, und jener mit dem Erker oben und dem Sockel unten (gleiche Materialisierung). Skulpturalität «nur» als Fassaden/Eckgliederung.

Einheitliches Volumen, das Dach macht den Unterschied und zeigt die Wichtigkeit der Strassen mit. Formenkanon (Halbrundung) an Vorbau, Schild darüber, Fensterformen, Dachreiter – alles in Stein erzeugt eine monumentale Härte, dass man auch das Innere erstarrt glaubt.